Max Missmann (1874-1945), von dem bis zum Erscheinen der ersten Auflage dieses Buches nicht einmal die Lebensdaten bekannt waren, gehört zu den wichtigsten Berliner Architekturfotografen in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Seine Aufnahmen, von denen hier eine repräsentative Auswahl vorgestellt wird, vermitteln ein lebendiges, detailreiches Bild vom Wachstum und Wandel der Weltstadt Berlin vor dem historischen Hintergrund vom Kaiserreich, Weimarer Republik und Faschismus. Obwohl die großen zeitgeschichtlichen Ereignisse kaum mehr als eine indirekte Widerspiegelung finden, sind diese Lichtbilder wichtige historische Dokumente. Bei aller Vorliebe für die Architekturfotografie ist es Max Missmann gelungen, ein facettenreiches Bild nicht nur der repräsentativen Reichshauptstadt, sondern ebenso auch des Alltages in den weniger attraktiven Seitenstraßen und Arbeiterwohnviertel festzuhalten. Aus dem über 20.000 Aufnahmen umfassenden Gesamtschaffen des Fotokünstlers in der Zeit zwischen 1903 und 1941 ist lediglich in den Sammlungen des Märkischen Museums Berlin ein größerer Bestand an Originalabzügen erhalten geblieben, die hier erstmalig zusammenhängend veröffentlicht werden. Charakteristische Texte von zeitgenössischen Schriftstellern und Publizisten ergänzen und vertiefen dieses vielschichtige Porträt von Alt-Berlin.